Mjays Planet

Puschkin, Apparat, Musik

Posted in Musik by Martin Spindler on December 29, 2008

Wie wahrscheinlich alle anderen meines Alters, zumindest jedoch ein Großteil der Studenten, verbringe ich jedes Jahr um die gleiche Zeit eine Menge Zeit im Zug, um über die Feiertage bei der Familie zu sein, Geschenke in Empfang zu nehmen und zu viel zu essen.

Zu den anderen alljährlichen Begebenheiten wie eben die Gans am ersten Feiertag gehört der Besuch der alten Freunde in meiner Heimat, Dresden. Da trinken wir dann schon mal zu viel Kaffee oder zu viel Bier, gehen in die Clubs und Bars in die wir früher schon gingen und schauen, was sich so in der Stadt verändert hat.

Und hier in Dresden verändert sich vieles. Clubs schließen und machen andernorts wieder auf. Bars machen zu, weil die Gebäude den Eigentümer gewechselt haben oder abgerissen werden. Und eigentlich wird hier in Dresden ja ständig gebaut.

Zu einer der Entwicklungen hier in Dresden gehört der Puschkin Club. Ein für meinen Geschmack etwas zu groß geratener Club in den Räumlichkeiten einer, so wie es aussieht, alten Lagerhalle. Letztes Jahr waren wir schon einmal hier, zu einem Event an dass ich mich nicht mehr erinnere, und das wir auch nur aufsuchten, weil wir eh schon zu viel getrunken hatten.

Diesmal waren wir hier, weil es dieses lustige Internet gibt und ich in anderen Städten erstmal nach ortsansässigen Twitterern schaue und lese, wo die sich so rumtreiben. So wurde ich also auf Apparat im Puschkin aufmerksam.

Apparat, das ist ein Berliner DJ der Ende der 90er den Sprung aus dem Harz nach Berlin gemacht und dort sein Label Shitkatapult gegründet hat. Seitdem macht der elektronische Musik, die er selbst als die Suche nach Melodie, nicht nach Beat beschreibt. Was man dann auf dem Floor von ihm hört gestaltet sich allerdings anders. Hier kommen die Beats in alter Rave-Manier, und man ist fast geneigt zu sagen: das ist auch gut so.

Etwas verschnupft kann man dann aber reagieren, wenn es statt dem angekündigten Live-Act doch nur ein DJ-Set gibt. Und verschnupft kann man reagieren, wenn die lokalen Support-DJs als warm-up scheinbar nur Deep-House zu bieten haben. Doch all das vergisst man getrost, wenn man mit ein paar Bier zuhört, wie Apparat mit den Tracks von Ellen Alien—mit der er unter anderem auch ein Album herausgebracht hat—arbeitet, und das Publikum dies entsprechend honoriert.

Zum Puschkin muss ich allerdings noch ein paar Worte sagen: Mir gefällt der Club, auch wenn er deutlich zu groß und die Palmenimitationen ein bisschen zu arges Klischee der Geschmacklosigkeit sind. Dass dann die eigenen Leute den Raum, der wohl so etwas wie Strandbar darstellen soll, zumindest deutet der Sand das an, als Katzenklo bezeichnen ist allerdings mehr als grenzwertig. Dennoch, das Bier wie auch die anderen Drinks sind relativ günstig, und die Party war gut.

Wenn Dresden es dann schaffte, vor lauter Bauarbeiten den Nahverkehr einigermaßen laufen zu lassen, so dass man nicht mitten in der Nacht und Betrunken noch Ewigkeiten die nächstmöglichen Haltestelle suchen muss, wäre eigentlich alles gut.

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One Response

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  1. Moderat « Mjays Planet said, on May 18, 2009 at 23:17

    […] bezeichnen kann und daher immer als elektronische Musik bezeichne. Bei Apparat war ich ja in Dresden schon mal. Und wie die Erinnerungsstütze meines eigenen Blogs mir gerade mitteilt, war ich damals […]


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