Mjays Planet

Obamania everywhere. Here’s why

Posted in Politik, Web by Martin Spindler on August 26, 2008

Das MIT hat eine nette Publikation, die sich Technology Review nennt. Titel der derzeitigen Ausgabe? How Obama really did it.

Und man muss sagen, dieser Artikel (6 Seiten)  ist wirklich lesenswert, beleuchtet er doch die Hintergründe des Erfolgs der Onlinekampagne genannten Präsidentschaftskandidatens. Kurz zusammengefasst könnte man wohl sagen: es geht um die feuchten Träume aller Marketingleute, nämlich umfassende Profile von Supportern zu erstellen, aktive Knotenpunkte in diesem sozialen Netz zu identifizieren und zu aktivieren. Beschrieben wird Microtargeting, so z.B. SMS-Kampagnen zur Wählermobilisierung und es geht um Crowdsourcing – Telefonstaffeln, delegiert an Freiwillige zu Hause und keine Wahlkampfhelfer. Es wird das Szenario beschrieben, dass die Kampagne quasi schon aufgebaut ist, bevor die organisierten Wahlkampfhelfer überhaupt am Ort des Geschehens eintreffen.

Und all dies wird über die Plattform mybarackobama.com organisiert. Diese Plattform, und wohl mehr noch die dortigen Community Manager, scheinen unglaubliches Organisationspotenzial zu haben.

Die Frage ist natürlich: könnte man eine solche Kampagne hier in Deutschland ähnlich aufziehen, und wenn man da einmal von den lächerlichen Versuchen, sich als Internetpartei zu profilieren absieht, scheinen die strukturellen sowie die Mentalitätsunterschiede zu groß zu sein.

Das deutsche Parteiensystem lässt leider schwer von seiner Top-Down-Struktur lösen. Zu herausgehoben ist die Rolle der Partei im deutschen Grundgesetz, zu festgefahren der Karren der Parteienkultur. Das klingt jedoch nach Entschuldigungen an die Struktur, es gar nicht erst zu versuchen.

Treffender ist dann wahrscheinlich doch die Diagnose, die auch oben genannter Artikel bei Technology Review aufstellt: Obamas Online-Kampagne lief letztendlich nur deshalb so gut, weil sie im Mittelpunkt der Gesamtkampagne stand. Und während hier die Angst vor dem Internet weiter geschürt wird, werden die Erfolge ausbleiben.

Viel entscheidender als jedoch ist jedoch, dass sich viele Menschen von Obama wirkliche Veränderung erhoffen und daran glauben. Und das ist das Fundament. Obamas Kampagne gibt den Jüngern die Mittel an die Hand, die Botschaft weiterzutragen. Der Antrieb jedoch, dies zu tun, kommt aus der eigenen Überzeugung. Andernfalls ließe sich die Masse an user generated content für Obama kaum erklären. Und jetzt stelle ich die Frage in den Raum: wann kommt die erste Arbeit, die Obamas Kampagne mit dem Apple-Marketing vergleicht?

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