Mjays Planet

Facebook wird das Web-OS

Posted in Web by Martin Spindler on May 24, 2008

In den letzten Tagen wurde einiges über das neue Facebook-Layout geschrieben. TechCrunch fühlte sich stark an die Oberfläche von Mac OSX erinnert und hat damit sicherlich recht. Und so entstanden nun die Spekulationen, ob denn Facebook das Ziel verfolge, als Betriebssystem des Web 2.0 aufzutreten. Diese Diskussion entstand vor allem aus den Spekulationen über eine mögliche Komplettübernahme durch Microsoft.

Das Interface ist allerdings nicht die Hauptkomponente eines solchen möglichen Betriebssystems. ReadWriteWeb schreibt in einem Artikel Facebook Will Be the Mainstream Everything darüber, wie Facebook sich an den Trends innerhalb der Early-Adopter-Crowd orientiert, um entsprechende Features selbst in sein System zu übernehmen. Festgemacht wird dies an den Beispielen Twitter, Friendfeed und Flickr.

Facebook hat den Vorteil, dass es, zumindest im amerikanischen Markt, bereits den Mainstream erreicht hat. Etwas, was vielen Services so in der Form (noch) nicht gelingt. Und eben durch diese Marktdurchdringung können Services nutzbar gemacht werden, deren Funktionsweise oder Sinnhaftigkeit vorher nicht verstanden oder wahrgenommen wurden. Und genau das ist der große Vorteil, den Facebooks integration solcher Dienste bietet – Nutzer müssen sich nicht mit einem Service beschäftigen, sie müssen keine zusätzliche Zeit darauf verwenden, sondern er steht ihnen einfach bereit. Die Zeichen stehen auf WebOS.

Was bedeutet das allerdings für StartUps, wenn deren Dienste, sobald sie sich in der Early-Adopter-Crowd beweisen, als geklontes Prinzip bei Facebook wiederfinden? Derzeit sehe ich da nur eine gangbare Möglichkeit: Die Bedienung eines Services sollte auf einfachste Weise über eine eigene Facebook-App möglich sein. Erinnert ein wenig an Programmentwicklung unter MS. Und wahrscheinlich muss man es auch als solches verstehen. Denn ähnlich wie die wenigsten Word-Anwender sich über die Kompatibilität ihrer Dokumente Gedanken machen, machen sich die wenigsten User über die Portabilität ihrer Daten Gedanken. Sie wollen dass es funktioniert und sich sonst weiter keinen Kopf zerbrechen. Am wenigsten mit Diensten, die noch weiter an Ihrer Zeit nagen, und für die sich sonst noch das ein oder andere Passwort merken müssen.

Eine andere Frage hingegen bleibt, wie viel Butter sich StudiVZ eigentlich noch vom Brot nehmen lassen will. Derzeit betrachte ich zumindest eine mittlere Migrationswelle hin zum amerikanischen Konkurrenten. Auch wenn die Aktivität vieler, die den Umstieg von StudiVZ auf Facebook durchführen, zu Beginn gering bleibt, bleiben die Nutzer doch durch die Features von Facebook aufs erste aktiv und bilden so den Grundstein für das benötigte Wachstum von Facebook hier in Deutschland.

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One Response

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  1. […] Was aber verbindet diese beiden Big Player, denn aus irgendeinem Grund liest man in fast jedem Techblog davon, dass Facebook auf dem Weg ist, eine Art Web-Windows zu […]


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