Mjays Planet

Real-Time-Stress

Posted in Web by Martin Spindler on April 26, 2008

Wie die Beschleunigung der Informationsübermittlung uns in konstanten Stress versetzt.

Zweifellos – die Welt ist schneller geworden. Print und TV kommen in der Informationsübermittlung nicht mehr nach. Wenn die Olympische Fackel in Paris fast gelöscht wird oder ein Erdbeben in China passiert, dann erfährt man das am schnellsten via Twitter. Nach und nach sieht man es dann erst auf Spiegel Online, vielleicht um 2000 in der Tagesschau und am nächsten morgen liest man das dann in der Zeitung.

Man hat sich daran gewöhnt, Informationen schneller zu erhalten und schneller zu bearbeiten. Und man setzt sich zu diesem Zweck einem nicht unerheblichen Level an Stress aus. So geisterte vor einiger Zeit die Diskussion um die Blogger herum, welche sich zu Tode bloggten. Nun gibt es bei Read Write Web allerdings einen guten Artikel der aufzeigt: The problem is much wider than the blogosphere.

Wir bewegen uns immer stärker in Bereichen, wo Echtzeitinformationen nützlich, wenn nicht sogar notwendig, zumindest jedoch erwünscht sind. Und das verursacht eine Menge Stress. Denn es gilt in Echtzeit Informationen zu erfassen, zu filtern, zu bewerten und einzuordnen, um sie dann nutzen zu können.

Bei RWW heißt es dazu:

The bad news is that real-time is not going away. We are not going to settle for less than right now. This means that the future holds more and more stress. As we evolve into a society that demands more information and more information processing immediately, we are also evolving into a society of people under constant stress.

Jedoch, was die einen als Problem sehen, sehen die anderen als Chance. Denn das eigentliche Problem ist doch nicht, dass Informationen schnell, bestenfalls in Echtzeit, verfügbar sind – das eigentliche Problem ist, dass zu viele unnötige Informationen darunter sind. Informationen, die nicht notwendig, nicht nützlich oder sogar einfach nur störend sind. Sicher, es gilt, viel zu wissen, viel mitzubekommen. Es gilt jedoch auch, relevante Informationen schneller und priorisiert zu erhalten als irrelevante Informationen. Und das leitet hin auf folgenden Artikel bei TechCrunch: Web 3.0 will be about reducing noise.

I need less data, not more data. I need to know what is important, and I don’t have time to sift through thousands of Tweets and Friendfeed messages and blog posts and emails and IMs a day to find the five things that I really need to know.

Das Problem an Echtzeit ist also nicht, dass die Daten und Informationen zu schnell verfügbar wären, das Problem ist, dass es bislang noch keine Methoden (manche sagen hier lieber Algorithmen) gibt, die effektiv etwas gegen das zuviel an subjektiv unnützen Informationen tun können. Wir brauchen also bessere Filter.

Gehen wir von hier aus zu den Social Networks. Diese haben meiner Meinung nach die beste Datenlage, um solche Filter funktionieren zu lassen (wenn sie denn mit den Daten vernünftig arbeiteten, siehe dazu diesen Artikel bei netzwertig.) Denn hier sind die Präferenzen der Nutzer durch eigene Angaben sowie durch den Social Graph bereits gut erkennbar. Die Idee lautet also: Social Networks als News Filter, nicht Aggregator. Nur so eine Idee…

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One Response

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  1. […] ich hier bereits geschildert habe, brauchen wir im Netz bessere Filter, um mit dem Problem der Echtzeit […]


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