Mjays Planet

Wie, Web 2.0? – The Digital Divide.

Posted in Web by Martin Spindler on April 9, 2008

Der gefühlte Antagonismus zwischen Web und Leben

Das Semester hat wieder begonnen, die Stadt ist wieder mit Studenten gefüllt und die Uni-Parties finden wieder statt. Das übliche Meet and Greet findet statt und man tauscht sich darüber aus, was man denn in der vorlesungsfreien Zeit so alles Schönes gemacht hat. Es wird von Urlauben und Praktika erzählt und natürlich einiges getrunken.

Auch ich war irgendwann dazu genötigt, meine Semesterferiengestaltung darzulegen. Also erzählte ich von meinem Blog, von der Twitterei und so weiter. Was mir dabei auffiel, war die Ungläubigkeit und das erstaunen, welches eben dieses auslöste. Also versuchte ich zu erklären, was ich da eigentlich mache. Was dieses Web 2.0 eigentlich ist.

Denn dieser Begriff, so allpräsent er in der Community auch sein mag, hat für Außenstehende erstaunlich wenig Gehalt. Dass niemand Twitter kennt ist ja mittlerweile Common Sense, auch wenn dieses Tool innerhalb der Blogosphäre schon intensivst genutzt wird. Das die Kenntnisse jedoch so wenig ausgepräft sind, dass man Web 2.0 mit StudiVZ gleichsetzen könnte, hat mich schon erstaunt. Das Tagging etwas anderes heißt, als einen Schriftzug auf einer Hausfassade zu hinterlassen konnte ich leider nicht mehr vermitteln.

Woran liegt das alles?

Mir fiel auf, dass Online und Offline als Antagonismus wahrgenommen werden. Entweder, oder. Entweder ich bin Online, oder ich bin im – Zitat –:„wahren Leben“.

Aber warum wird das so wahrgenommen?

Meiner Meinung nach hat dies mit dem Nutzungsverhalten zu tun. Unter der Begrifflichkeit ‚Online Sein’ wird das verstanden, was man gemeinhin als Prokrastination versteht. So wurde von Hausarbeiten erzählt, welche sich durch das Surfen auf StudiVZ verzögert hätten, und der TimeKill-Effekt von YouTube hervorgehoben. Das E-Mails schreiben, Instant Messaging oder die Abfrage bei der Datenbank der Bibliothek auch ‚online’ sind, wird nicht verinnerlicht, sondern als gegeben hingenommen.

Es scheint einen Digital Divide zu geben. Zum einen haben wir eine Community, Blogosphäre, however the term, die sich als solche sehr bewusst wahrnimmt und zum Teil sehr starke Tendenzen zur Überhöhung des eigenen Einflusses aufweist. Und zum anderen haben wir die große Masse der Menschen, die einige Tools aus dieser Wolke des Web 2.0 nutzen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, und denen die Ideen, die innerhalb der Community entwickelt werden, völlig fremd sind.

Twitter ist das beste Beispiel. Wir nutzen es selbstverständlich. Aber außer der Community kennt es keiner. Für die Community sind On- und Offline komplementär, sie schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Für meine Kommilitonen sind sie Substitutiv.

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One Response

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  1. […] ich nun ein wenig konkretisieren. Lukas schreibt hier über ein Thema, was ich auch versucht hatte anzureißen: den digital divide. Und ich denke er hat recht. Die Trennung zwischen Offlinern und Onlinern wird […]


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