Mjays Planet

The Desktop’s back

Posted in Web by Martin Spindler on April 7, 2008

Über die Rückkehr der totgesagten Desktop-Software

Bei Yves Luther gibt es derzeit einen interessanten Artikel zum Thema API-Erpressung zu lesen. Im wesentlichen behandelt er die Möglichkeiten der Einflussnahme der Client-Programmierer sobald sie eine bestimmte Relevanz erreicht haben und somit den eigentlichen Dienste-Anbieter zu reinen Infrastrukturen mache. Dies wird sehr anschaulich am Beispiel Twitter-Twhirl dargestellt.

Interessanter fand ich jedoch die Anmerkung, dass es den Desktop-Apps wohl doch nicht so schlecht ergehen würde, wie viele vermuten. Noch weniger werden sie wohl sterben, wie es so viele schon jetzt sehen. Vielmehr könnten sie als Interface für Webdienste gut funktionieren.

Einen Ansatz, der zwar sehr speziell, aber interessant ist, findet man bei NET4MAC, ein Client-basiertes Social Network, welches sich explizit an Apple-Nutzer wendet. Die dargestellten Vorteile liegen auf der Hand, so soll die Integration von iCal, Mail und iChat ohne weiteres möglich sein.

Spinnt man diese Idee weiter, kommen interessante Konzepte heraus. Wie wäre es mit einem Xing-Client, der eben nicht nur die Outlook-Adressdatenbank abgleicht, sondern ausgewählte Funktionen, so z.B. Statusupdates von Kontakten oder neue eingegange Nachrichten auf dem Desktop darstellt.

Anderes, und wahrscheinlich sogar praktischeres Beispiel: Facebook startet jetzt mit seinem Chat. Inline versteht sich. Warum nicht einen Client für Facebook bereitstellen? Mit wählbaren Funktionen. Somit wäre die Plattform attraktiver und könnte von der unterliegenden Grundfunktionalität – dem erleichtern von Kommunikation untereinander – mehr Anwender erreichen.

Der Antagonismus SAAS vs. Desktop-Applikation muss nicht zwangsläufig bestehen. Sofern Applikationen die Schnittstelle zu Online-Services darstellen dürfte sich meiner Meinung nach die Usability erheblich verbessern. Inwiefern die API-Abhängigkeit, sollte dies wirklich einmal zum Tragen kommen, dann relevant werden, bleibt abzuwarten. Im ungünstigsten Falle dürfte es den Infrastrukturanbietern dann so ergehen, wie dem Mobilfunkprovidern, die ja jetzt schon eher als dumb pipes agieren denn als Informationsanbieter.

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