Mjays Planet

Analoge Fotografie

Posted in Persönlich by Martin Spindler on March 24, 2008

Letzten Sommer habe ich mir ja eine alte analoge Spiegelreflexkamera gekauft, die aus einer Haushaltsauflösung kam. Es handelt sich hierbei um eine Konica T3 aus dem Jahr 1974 und diese Anschaffung wurde nötig, da mir der externe Belichtungsmesser, den ich bei der noch älteren EXA 3B meines Vaters mit mir rumtragen musste, langsam lästig wurde.

Es sind schon einige schöne Bilder mit der Kamera entstanden, auch wenn noch lange nicht alle Filme die verschossen wurden, entwickelt sind. Was mich auch schon zum nächsten Punkt leitet.

Zwischenzeitlich ärgerte ich mich bereits, dass ich nicht direkt auf digitale Fotografie umgestiegen bin. Die Vorteile scheinen auf der Hand zu liegen – niedrigere Betriebskosten und sofortige Verfügbarkeit der Bilder. Die Anschaffungspreise sind dafür recht hoch – dürften sich bei dann zu erwartender Bildrate jedoch schnell armortisieren, zieht man in Betracht, dass ein einfacher 36er S/W-Film in ISO 400 mittlerweile gut 5 Euro kostet und die Entwicklung noch einmal gut zu Buche schlägt.

Nun, das Wochenende war ich mal wieder Fotografieren, und wie der Zufall es wollte, war eine Freundin aus Dresden mit dabei, die eben eine solche digitale Spiegelreflexkamera hat. Und ich muss sagen, dass ich froh bin, analog zu fotografieren.

Warum? Natürlich, die Bilder sind sofort verfügbar. Aber mich reizt es mittlerweile, warten zu müssen, bis ich sehe, was ich getroffen habe. Ich habe das Gefühl, man macht sich dadurch ein paar mehr Gedanken, was man eigentlich ablichtet. Ich gehe mit meiner Kamera raus und schieße ein paar Fotos (im Gegensatz zum Bilder machen) – komme nach Hause, und wenn es ungünstig läuft, liegen diese Fotos erst einmal ein halbes Jahr in der Filmdose in meinem Kühlschrank, bis ich sie zum Entwickeln bringe.

Wenn ich die Bilder dann abhole, bin ich meist überrascht darüber, was ich eigentlich fotografiert habe – an einige Situationen kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Und genau das macht für mich derzeit den Reiz aus – dieses Moment des Wartens. Den Film einfach liegen lassen um später zu sehen, was daraus geworden ist.

Ich werde sicher auch früher oder später digital fotografieren – derzeit ist das eher eine Frage des Budgets. Aber ich werde weiterhin analoge Fotos schießen – es ist einfach die reizvollere Variante der Fotografie. Man wird noch überrascht.

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2 Responses

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  1. Jo said, on March 25, 2008 at 23:59

    Der Reiz des Wartens ist wirklich ein gutes Argument, beim analogen fotografieren zu bleiben. Man macht auch sicher nicht so viele unsinnige Bilder, weil man sich eben vorher zweimal überlegt ob man das Foto jetzt macht – bei Digitalbildern löscht man den größten Mist einfach wieder oder hat schnell ein paar Gigabyte Müll gespeichert.

    Andererseits: Wenn du grade DAS Motiv des Jahres vor die Linse bekommst und du das Ergebnis nicht gleich begutachten kannst, dann kann die Zurückhaltung auch schnell mal ein paar Nerven kosten. Im worst case hast du ein verwackeltes oder zu dunkles Bild und ärgerst dich schwarz über den Patzer…

  2. mjays said, on April 2, 2008 at 22:36

    Ja, wie immer gibt es zwei Seiten einer Medaille.
    Andererseits – macht es gerade in Zeiten von zunehmender Digitalfotografie nicht den Charme eines analogen Bildes aus, dass es leicht unscharf und ein wenig unter-/überbelichtet ist?


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