Mjays Planet

Flashmobs im Social Age

Mai 16, 2008 · No Comments

Eine Facebook-Gruppe ruft zur öffentlichen Kissenschlacht und die Polizei bekommt Angst.

Am 25. Mai soll in der nähe des Hyde Parks eine Kissenschlacht stattfinden. Organisiert wird das ganze von einer Gruppe beim Social Net Facebook. Die Polizei versucht nun, die Organisatoren ausfindig zu machen und diesen Event zu stoppen, da Anfang Mai bereits ein anderer Park in London bei einem ähnlichen Event beschädigt wurde.

Bei Jeff Jarvis gibt es dazu einen guten Text:

I understand their desire [... but] Mobs can form instantly via Facebook and Twitter and there’s no telling who the organizer is because they won’t necessarily have an organizer.

Die Kommunikation wird einfacher und sie ist im besten Falle auch anonym führbar. Durch die Abwesenheit eines klar definierbaren Organisators erhalten solche Flashmobs, egal ob Spaßevens oder politische Demonstration, mehr Flexibilität. Das Bedürfnis, Menschenansammlungen zu kontrollieren und zu überwachen ist verständlich und nicht ohne Grund durch das Versammlungsrecht reguliert. Jedoch dürfte es in Zukunft schwieriger werden, diese Regulation durchzusetzen, da die Reaktionszeiten immer kürzer werden - wer weiß, wie schnell sich ein Mob organisieren kann, wenn Twitter einmal den Mainstream erreicht hat.

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Codename: Data - Mozillas kontroverses Projekt

Mai 15, 2008 · No Comments

Mozilla begibt sich in den Spannungsbereich von Datenschutz und Datenauswertung.

Die Mozilla Foundation will nach einem Bericht von TechCrunch ein Projekt zur Auswertung von Nutzungsdaten starten. Allein diese Ankündigung scheint schon einige Wellen zu schlagen, nicht zuletzt aufgrund der Datenschutzdiskussion um den Internetriesen Google.

Und so ließen die ersten hysterischen Reaktionen auch nicht lange auf sich warten. Worum geht es jedoch?

Mozilla will Daten über das Surfverhalten der Nutzer von Firefox haben, um damit Webmetriken ergänzen oder verbessern (im besten Falle wohl ersetzen) zu können und Verhaltensmuster der Nutzer nachvollziehen zu können. Diese Daten sind der Hot Shit in der Internetwirtschaft, gibt es doch kaum zuverlässige Indizes über die Trafficströme. (So schreibt auch TechCrunch über die abweichenden Daten von Alexa, Quantcast und Hitwise.) Es gilt hier also in der Tat ein Problem zu lösen, das existiert.

Es tut sich jedoch damit ein anderes Problem auf: das des Datenschutzes. Denn das Surfverhalten der Nutzer aufzuzeichnen und analysieren zu lassen ist ein verdammt heißes Eisen - hier haben vernünftige Barrieren aufgebaut zu werden, die eine (Re-)Personalisierung der Daten unmöglich machen. Die aggregierten Daten sind nützlich und wichtig. Jedoch hat sichergestellt zu werden, dass die Daten über das jeweilige Nutzungsverhalten der Surfer im höchsten Maße anonymisiert gespeichert und übertragen werden.

Andernfalls stellt dieses Projekt ein Datenschutzdesaster dar, denn - und da muss man den Kommentatoren Recht geben - die Daten über das Surfverhalten einzelner Individuen sind für die verschiedensten Institutionen Gold wert.

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Zattoo und das Fernsehen

Mai 15, 2008 · No Comments

Wegelagerei im Internet

Der CEO des Dienstes Zattoo, den ich schon seit längerem Nutze, hat hier ein Interview gegeben und stellt dort die Probleme mit den großen deutschen Privatsendern kurz dar. Kurzer Ausschnitt:

Bezeichnend für diese Haltung ist, dass wir von einem Vertreter eines grossen deutschen Privatsenders auch schon als Wegelagerer bezeichnet wurden. Diese Aussage ist schon sehr weit hergeholt. Zumal von einem Sender, der Kabelnetz- und Satellitenbetreiber Geld bezahlt, damit er übertragen wird. Von uns erhielte der Sender Geld für die Übertragung.

Mal sehen wie sich Zattoo im Rahmen der EM entwickelt. Und hoffen wir doch mal, dass der EM-Sonderkanal bei Zattoo nicht ausschließlich in der Schweiz zu empfangen ist.

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Selbstgerecht? Justice und das Video.

Mai 13, 2008 · No Comments

Die Gewaltdiskussion wird befeuert - von einem Video, dass nicht viel neues zeigt, es jedoch deutlich zeigt.

Der neue Clip von Justice zum Titel ‘Stress’ sorgt derzeit für einige Kontroverse. In Frankreich weigern sich die Sender, den Clip auszustrahlen und hierzulande schreibt selbst Spiegel Online darüber.

[Direktlink]

Was ist nun an diesem Video so kontrovers? Es zeigt Gewalt. Und es zeigt sie pur. Dass das allerdings zu solchen Reaktionen verleitet, hat man sich doch in den meisten anderen Bereichen mit solcher Form von Gewalt längst abgefunden? Manche Szenen dieses Videos erinnern doch sehr stark an die Spielreihe Grand Theft Auto, für deren letzten Vertreter SpOn voll des Lobes war. Auch hierzulande kennt man Gewalt. Zwar eher in der Form der Texte bestimmter Berliner Rapper. Sie war wohl bislang einfach noch nicht so klar und deutlich dargestellt.

Und dabei kann man Justice zu diesem Schritt eigentlich nur gratulieren. Wie Frédéric schon schreibt:

Das Video hat in Frankreich einen Aufschrei der Entrüstung provoziert[...] Das ist ganz gut für das Video. Und für die kommenden Marketingaktionen der Band.

Selten dürfte sich ein Video so schnell herumgesprochen haben. Virale Werber bekommen jetzt wahrscheinlich feuchte Träume. Und dennoch ist es erstaunlich, dass die Darstellung von Gewalt immer noch solche Kontroversen auslösen kann.

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Wenn die rechte und die linke Hand …

Mai 13, 2008 · No Comments

Die L-Bank das Landes Baden-Württemberg findet sich selbst schlecht.

Das Land Baden-Württemberg fordert seit nunmehr einem Jahr Studiengebühren in Höhe von € 500 pro Semester von seinen Studenten. Um ’soziale Härtefälle’ abzufangen beauftragte man die landeseigene L-Bank, Kredite für eben diese Studiengebühren anzubieten.

Nun möchte man meinen, diese Kredite würden studentenfreundlich gestaltet, schließlich geht es ja darum, denjenigen Studenten ein Studium zu ermöglichen, die diese Gebühren eben nicht von den werten Erzeugern bezahlt bekommen. Und was sagt dann der Vorstandsvorsitzende eben dieser landeseigenen L-Bank zur Stuttgarter Zeitung?

Ich kann jedem nur raten, sein Studium ohne Kredit zu finanzieren, sondern durch Jobben, Unterstützung der Familie oder indem auf etwas verzichtet wird.

[Zeitungsausschnitt][via]

Nunja, auf meine Wohnung und Nahrung kann ich schlecht verzichten, ich arbeite schon am Anschlag (ich darf aus steuerrechtlichen Gründen gar nicht mehr verdienen, ohne meinen Studentenstatus zu riskieren, sic!) und dann empfiehlt mir der Vorsitzende genau der Bank, deren Kredit ich gerade in Anspruch nehmen musste, das besser nicht zu tun? Man muss dieses Land einfach lieben. Schließlich haben wir ja gelernt, dass das Chaos was gutes ist.

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News auf Speed

Mai 8, 2008 · No Comments

Twitter bringt Nachrichten schneller als die Agenturen - sagt die Agentur.

In den Offlinediskussionen, die ich in letzter Zeit bezüglich meiner Aktivitäten bei Twitter führte, stellte sich immer wieder die Frage, warum ich den twittere. Zum einen fällt mir dabei immer wieder auf, dass die meisten derer, die Twitter nicht nutzen, Twitter nur als Publishing-Instrument sehen. Twitter wird dabei auf das reine Schreien ins Netz verstanden, die Dialogfähigkeit wird gar nicht beleuchtet.

Und spätestens wenn ich dann anführe, dass ich Nachrichten in der Regel schneller über Twitter als über die traditionellen Onlinemedien erhalte, wird gelächelt bis gelacht. Um so beeindruckender ist, dass Adam Pasick in seinem Blog bei Reuters.com selbst schreibt:

News of a possible explosion rippled through the popular online service Twitter on Tuesday, in a preview of what’s to come in the realm of breaking news and citizen journalism. […] The “Falls Church Incident” was earthshaking only in the most literal sense, but it is an interesting proof of concept that news can be broken on Twitter.

Es geht dabei erstmal um ein eher unbeeindruckendes Erdbeben von der Stärke von 1.8 irgendwo in Virginia. Ähnliches konnte man jedoch bei der Löschung der olympischen Fackel in Paris bemerken. Selbst die Onlinemedien hatten diese Meldung erst geschätzte 45 Minuten nachdem es bei Twitter bekannt war. Im Editors Weblog gibt es noch ein paar andere schöne Beispiele. Und auch Benedikt bemerkt, dass Twitter immer schneller wird.

Es scheint also offensichtlich, dass Twitter ein Medium ist/wird, welches gerade solchen schnellen Input von News befördert. Wie man Twitter nutzt, um an Informationen zu kommen, wird im Online Journalism Blog und bei Robert Basic beschrieben.

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Demnächst geht’s weiter

Mai 6, 2008 · No Comments

In letzter Zeit wurde hier zu meinem Bedauern etwas wenig gepostet. In Kürze geht es jedoch wieder weiter. Daher: bis demnächst.

Mjays

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Spruch des Tages

April 27, 2008 · No Comments

Wenn es das Buch, dass du lesen möchtest, noch nicht gibt - dann schreib es selbst.

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Real-Time-Stress

April 26, 2008 · No Comments

Wie die Beschleunigung der Informationsübermittlung uns in konstanten Stress versetzt.

Zweifellos - die Welt ist schneller geworden. Print und TV kommen in der Informationsübermittlung nicht mehr nach. Wenn die Olympische Fackel in Paris fast gelöscht wird oder ein Erdbeben in China passiert, dann erfährt man das am schnellsten via Twitter. Nach und nach sieht man es dann erst auf Spiegel Online, vielleicht um 2000 in der Tagesschau und am nächsten morgen liest man das dann in der Zeitung.

Man hat sich daran gewöhnt, Informationen schneller zu erhalten und schneller zu bearbeiten. Und man setzt sich zu diesem Zweck einem nicht unerheblichen Level an Stress aus. So geisterte vor einiger Zeit die Diskussion um die Blogger herum, welche sich zu Tode bloggten. Nun gibt es bei Read Write Web allerdings einen guten Artikel der aufzeigt: The problem is much wider than the blogosphere.

Wir bewegen uns immer stärker in Bereichen, wo Echtzeitinformationen nützlich, wenn nicht sogar notwendig, zumindest jedoch erwünscht sind. Und das verursacht eine Menge Stress. Denn es gilt in Echtzeit Informationen zu erfassen, zu filtern, zu bewerten und einzuordnen, um sie dann nutzen zu können.

Bei RWW heißt es dazu:

The bad news is that real-time is not going away. We are not going to settle for less than right now. This means that the future holds more and more stress. As we evolve into a society that demands more information and more information processing immediately, we are also evolving into a society of people under constant stress.

Jedoch, was die einen als Problem sehen, sehen die anderen als Chance. Denn das eigentliche Problem ist doch nicht, dass Informationen schnell, bestenfalls in Echtzeit, verfügbar sind - das eigentliche Problem ist, dass zu viele unnötige Informationen darunter sind. Informationen, die nicht notwendig, nicht nützlich oder sogar einfach nur störend sind. Sicher, es gilt, viel zu wissen, viel mitzubekommen. Es gilt jedoch auch, relevante Informationen schneller und priorisiert zu erhalten als irrelevante Informationen. Und das leitet hin auf folgenden Artikel bei TechCrunch: Web 3.0 will be about reducing noise.

I need less data, not more data. I need to know what is important, and I don’t have time to sift through thousands of Tweets and Friendfeed messages and blog posts and emails and IMs a day to find the five things that I really need to know.

Das Problem an Echtzeit ist also nicht, dass die Daten und Informationen zu schnell verfügbar wären, das Problem ist, dass es bislang noch keine Methoden (manche sagen hier lieber Algorithmen) gibt, die effektiv etwas gegen das zuviel an subjektiv unnützen Informationen tun können. Wir brauchen also bessere Filter.

Gehen wir von hier aus zu den Social Networks. Diese haben meiner Meinung nach die beste Datenlage, um solche Filter funktionieren zu lassen (wenn sie denn mit den Daten vernünftig arbeiteten, siehe dazu diesen Artikel bei netzwertig.) Denn hier sind die Präferenzen der Nutzer durch eigene Angaben sowie durch den Social Graph bereits gut erkennbar. Die Idee lautet also: Social Networks als News Filter, nicht Aggregator. Nur so eine Idee…

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Nach Facebook nun die Copy Cats

April 22, 2008 · 4 Comments

Nach Facebooks PR-Faux Pas nehmen sich andere der Idee der Werbung mit Personennamen an.

Nachdem gestern bemerkt wurde, dass Facebook die Namen einiger seiner Mitglieder verwendet, um damit via AdWords zu werben, ging ein mittelmäßiger Buzz durch die deutsche Blogosphäre. Ausgelöst hat das verschiedenste Reaktionen - vom Austritt aus der Community bis hin zur Vorbereitung einer Schadensersatzforderung. Am Ende des Tages wurde dann vermeldet, dass die entsprechende Werbung bei Google entfernt wurde.

Bei der Überprüfung dessen wurde ich allerdings aufs Neue überrascht. Jetzt wirbt ein andere Service mit meinem Namen. (siehe Screenshot)

Mir stellt sich die Frage: Was soll das? Kalkül?

Meine Reaktion ist klar. Der Betreiber dieser Personensuchmaschine wird von mir eine Unterlassungsaufforderung erhalten, da er, wie auch Facebook, keinerlei Kontakt mit mir aufgenommen hat um meinen Namen zu verwenden, was ich vermutlich auch nicht genehmigt hätte.

Update: Den Herrn Richel hat es auch getroffen. Bislang hat man beim entsprechenden Anbieter noch nicht auf meine Mail reagiert.

Update 2: Nachdem ich die Betreiber dieses Services gestern aufgefordert habe, die Werbung bis heute abend zu entfernen, erhielt ich heute eine E-Mail mit folgendem Inhalt:

Die Schaltung der Google-Ad, unter der Verwendung Ihres Namens, wurde mit unserer Rechtsabteilung abgeklärt und für rechtlich unbedenklich befunden!

Mir möchten uns dennoch sehr herzlich entschuldigen und werden die Schaltung mit Ihrem Namens selbstverständlich schnellstmöglich entfernen lassen!
Wir entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten!

Die rechtliche Unbedenklichkeit bezweifle ich ja, nicht zuletzt aufgrund dieser Erläuterungen hier zum Thema Facebook.

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